Seit letztem Jahr liegt der erste Nitratbericht für den Kreis Viersen vor. Er beschreibt sehr umfangreich und detailliert die Belastung des Grundwassers mit Nitrat, das kreisweit oft mehr als das Doppelte des zulässigen Grenzwertes von 50 mg/L laut Trinkwasserverordnung aufweist. Das führte dazu, dass seit Anfang der 1980er Jahre in großen Teilen des Kreisgebiets die Trinkwassergewinnung mit erheblichem technischem und finanziellem Aufwand in tiefere Grundwasservorkommen verlagert werden musste.
Daran hat sich trotz punktueller Kooperation mit der örtlichen Landwirtschaft nichts entscheidend verbessert, was den Kreis Viersen veranlasst, ihren Bericht als Basis für ein kreisweites Nitratmonitoring zu betrachten.
Im Bericht werden Verursacher und Umstände der Nitrateinträge auf der Grundlage zahlreicher Unter-suchungen nachvollziehbar dargelegt und Vorschläge für zukünftige Vermeidungsstrategien beschrieben.
Unzählige Messergebnisse, Tabellen und grafische Veranschaulichungen machen den Nitratbericht auch für (interessierte) Laien verständlich und nachvollziehbar.
- https://www.kreis-viersen.de/system/files/dokumente/25-12-17_Nitratbericht_2024_ultimativ.pdf (Nitratbericht)
- https://kis.kreis-viersen.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZbbEUUl03i3JEoWCMMIR23iafjRK-jQ-t7pyKRjPzJqm/AUKL_23.09.2025_-_PPP_TOP_1_Nitrabericht_2024.pdf
(Grafiken dazu für den Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Landwirtschaft, Kreishaus Viersen, 23.09.2025, von Roland Schindler)
Der Bericht und die darin erläuterten Verhältnisse lassen sich nahezu 1:1 auf das benachbarte Stadtge-biet von Mönchengladbach übertragen, nicht nur wegen der ähnlichen hydrogeologischen Verhältnisse, des z.T. kreisübergreifenden Grundwasserkörpers, sondern auch wegen derselben wasserwirtschaftli-chen Probleme, Verursacher und ökologischen Folgen. Darauf machte der BUND bereits vor rund 10 Jahren aufmerksam.
Wer sich also als Mönchengladbacher für das Thema interessiert, dem sei das Werk ans Herz gelegt, zumal es für Mönchengladbach leider nichts Vergleichbares gibt.
Mit Bedauern stellt der Kreis Viersen in diesem Zusammenhang einleitend fest, dass sich die Landwirt-schaftskammer an der Erstellung des Berichtes nicht beteiligen mochte, obgleich ihre Klientel die Hauptverursacher der Nitratbelastung sind und den Landwirtschaftskammern die Überwachung der Nitrateinträge obliegt.
Einen kleinen Auszug aus dem 72-seitigen Gesamtwerk mit für uns besonders markanten Passagen habe wir hier für Sie zusammengestellt.


