JHQ – warten auf den weißen Ritter oder auf Godot? Wann kommen Stadt und BImA endlich in die Pötte?

 

Landschaftsplan-Entwurf 2021: rot Naturschutz, grün Landschaftsschutz, im Norden Erstaufnahmeeinrichtung für AsylbewerberInnen

Was gab es nicht schon für tolle Ideen für die Folgenutzung des JHQ? Der Freizeitpark „Four-Seasons“, ein „Projekt von nationaler Strahlkraft“, „Rock-am-Ring“, ein 35m hohes Landschaftsbauwerk“ mit Aussichtsplattform, gefüllt mit mehr als 300.000 cbm Bauschutt, Windenergieanlagen (siehe Regionalplan), Landschaftsschutzgebiet für Naherholung und Naturentwicklung (siehe Landschaftsplan-Entwurf) – und nun doch „sauberes“ Gewerbe, hier und da. Zum Teil waren das Luftnummern und Phantastereien, die Stadt und Steuerzahler aber schon eine Stange Geld gekostet haben.

Seit mehr als 8 Jahren steht das JHQ nun weitgehend leer. Klar ist seitdem, dass die dortige Bausubstanz nicht erhalten und saniert werden kann.

Seit  4 Jahren „bemüht“ sich die Gelände-Eigentümerin BImA (Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten) also um einen Abriss. Den Abraum kostengünstig in einem „Landschaftsbauwerk“ unterzubringen, eine recht dreiste Idee, ist vom Tisch. Woran scheitern die Bemühungen nun?

Der Ratsbeschluss, dort keinen neuen Stadtteil, mit oder ohne Gewerbe, anzusiedeln ist eindeutig und hat gut nachvollziehbare Gründe. (Neben der Herstellung der Infrastruktur wie Verkehrs-, Straßen-, Wasser- und Abwassersystemen haben BewohnerInnen eines solchen Stadtteils Anspruch auf ortsnahe Versorgung mit Arzt, KiTa, Schule, Lebensmittelversorgung …  Wer sollte das bezahlen?)

Die BImA ist ein Immobiliendienstleister des Bundes, versteht sich aber hoffentlich nicht als Bodenspekulant. Das Warten auf den weißen Ritter, der das Gelände für gutes Geld kauft, um dort etwas zu entwickeln, was gutes Geld bringt, ist zwar für einen Immobiliendienstleister ein naheliegender Gedanke, sollte aber doch irgendwann dem Realistätschek unterworfen werden, damit man dann konkret planen und handeln kann. In welche Richtung das zu gehen hat, wird im Regionalplan und Landschaftsplan-Entwurf klar zum Ausdruck gebracht.

Wie lange sollt das Ganze noch dauern? So lange wir das große Gelände der Öffentlichkeit und der Natur vorenthalten – ohne sinnvolle Nutzung.

Das dürfen Politik und Verwaltung nicht länger durchgehen lassen. Eine klare Aussage zum weiteren zeitlichen und inhaltlichen Verlauf der BImA-Aktivitäten ist das Mindeste, was man als Bürger und verantwortlicher Politiker erwarten darf!

Wer macht/e der BImA Druck?

Die jüngsten Pläne der hiesigen Politik, im JHQ die Möglichkeiten einer Gewerbeansiedlung zu prüfen, hält der BUND für absurd und reine Geldverschwendung.

Die Hürden dafür sind in keinem anderen Bereich Mönchengladbachs so hoch wie hier:

  • Eines der saubersten und ergiebigsten Grundwasservorkommen in Mönchengladbach und Umgebung
  • FFH- und Natura2000-Gebiet in unmittelbarer Umgebung (höchste europäische Schutzkategorie!)
  • Erstaufnahmeeinrichtung für AsylbewerberInnen mit Erweiterungspotential und –bedarf (wahrscheinlich)
  • Landschaftsschutzgebiet und Naturschutzgebiet auf großen Teilen der betroffenen Fläche
  • Hoher Baumbestand
  • Bedeutendstes Naherholungsgebiet in Mönchengladbach, was den dann notwendigen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur (Hardter Landstraße) mit mehr Verkehr u.a. auch in der Ortsdurchfahrt Hardt ausschließt – sollte man meinen
  • Hoher Erschließungsaufwand für rel. kleine Gewerbeansiedlungen
Das Luftbild vom April 2022 zeigt, welch dichter Baumbestand selbst einem kleinen Gewerbegebiet zum Opfer fiele.

Demgegenüber steht der bisherige Ratsbeschluss, die einstigen Bauflächen zurückzubauen und für die naturnahe Erholung inklusive der Ausweisung von in Mönchengladbach notorisch knappen Ausgleichsflächen zu nutzen. Das nun seitens der Politik inklusive der GRÜNEN Ratsfraktion das Gegenteil für möglich und erstrebenswert gehalten wird, erschließt sich dem normalen Verstand nicht mehr.

Der BUND wird jedenfalls ggf. alle Rechtsmittel ausschöpfen, diesen Irrsinn zu verhindern, soviel ist sicher.

 

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